Manga – Comicstil aus Japan


Was ist Manga überhaupt – ein geschichtlicher Rückblick



Manga ist der japanische Oberbegriff für «Comics» und der Zeichner eines Mangas nennt sich «Mangaka». Einen animierten Zeichentrickfilm aus Japan nennt man «Anime».

Aber ähnlich wie der westliche Begriff Comic ist auch Manga in seiner Bedeutung stark abhängig vom Kontext. In erster Linie versteht man darunter eine Bildabfolge mit erzählerischen Geschichssträngen japanischen Ursprungs.

Japanische Comic-Kunst in einer ursprünglichen Form als vereinfachte Bildabfolge wurde schon ab dem 8. Jahrhundert angefertigt. Später folgten die mittelalterlichen japanischen Karikaturen und Drucke, wie Skizzen aus der Edo-Zeit.

Auch buddhistische Mönche begannen schon früh, Bildergeschichten auf Papierrollen zu zeichnen.

Durch den wirtschaftlichen Aufschwung begünstigt, erreichte das Genre 1950 grosse Popularität, da das Medium unter jungen Künstlern zu einem neuen Stil - dem uns hauptsächlich bekannten - umgestaltet wurde.

Im Laufe der 1990er Jahre erhielt der Manga als allgemeines Medium immer mehr Anerkennung und wurde 2000 durch die japanische Regierung offiziell als eigenständige, förderungswürdige Kunstform anerkannt.


Stilelemente im Manga



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Klassisch sind die heutigen Mangacomics in Schwarz-Weiss gehalten und werden entsprechend der traditionellen japanischen Leserichtung von «hinten» nach «vorne» und von rechts nach links gelesen.

Die visuell ausdrucksstarken Merkmale sind die niedlichen bis kindlichen Darstellungen der Figuren, oft mit grossen Augen und einer kennzeichnenden Bildsprache, sowie eigenen Erzählungsstrategien.

Dazu überwiegt der Bildgebrauch dem textlichen Inhalt gegenüber und die Gesamtgestaltung einer Seite, sowie das Zusammenspiel der einzelnen Panels, sind von grosser Bedeutung. Mangas machen sich noch weitere Stilelemente zunutze und grenzen sich somit stark von ihren westlichen Vettern ab. Dazu zählen die Vereinfachungen und Übertreibungen der Figuren, Bewegungen, Posen, sowie der Einsatz von Lautmalerei und Überblendungen.

Es schufen sich durch die Jahre neue Erzähl- und Gestaltungsmittel, während immer weitere Stilrichtungen für unterschiedliche Leserbedürfnisse entstanden.


Genres

  • Shonen – für männliche Teenager, die Geschichten drehen sich um Abenteuer, Mut und Freundschaft
  • Shojo – für weibliche Teenager, hier dreht es sich meist um romantische Liebesgeschichten
  • Seinen – für eine reifere Zielgruppe und handelt von tiefgründigen Geschichten
  • Josei – für erwachsene Frauen, erzählt Geschichten aus dem Alltag, Problemen am Arbeitsplatz und Beziehungen

Mangas sind entgegen der Meinung vieler nicht ausschliesslich für Kinder oder Jugendliche geeignet. Die japanische Kunstform greift oft philosophische oder sozialkritische Themen auf, welche vor allem Erwachsene zu begeistern wissen.


Was brauche ich zum Zeichnen?



Um seine eigenen Mangafiguren zu kreieren, braucht es zu Beginn wenige Materialien. Sofern das Thema genügend fesselt, gibt es unzählige Möglichkeiten, sein Repertoire zu erweitern und sich die Arbeitsschritte zu erleichtern oder ausdrucksstarker zu gestalten.


Papier

Zum Üben ist einfaches Druckerpapier ausreichend. Will man das Werk zum Schluss kolorieren, sollte man folgendes beachten:

  • mit Aquarell / Gouache: das Papier sollte dicker als 200g sein, damit es sich nicht wellt und mehreren nassen Pinselstrichen standhält
  • mit Alkoholmarkern: dafür gibt es spezielles Markerpapier, welches die Farbe nicht ausbluten lässt und länger nass bleibt, um optimale Verläufe zu erzeugen
  • mit Farbstiften: das Papier sollte 120g oder schwerer sein, damit es die Pigmente gut aufnimmt und beim Radieren und Schraffieren nicht knittert
  • mit Tusche: satiniertes - heisst glattes, unstrukturiertes - Papier ab 120g, damit der Fineliner oder die Tuschefeder problemlos über die Fläche gleitet und nicht schmiert


Skizzieren

Um seine Figuren und Geschichten zu realisieren, wird eine Vorskizze mit Bleistift angelegt.

  • Bleistift – der Klassiker zum Spitzen in verschiedenen Härten
  • Druckbleistift – immer einsatzbereit und von konstanter Strichbreite
  • Radiergummi – Knetgummi ist praktisch zum Abtupfen von Unreinheiten und Kautschukradierer entfernen zuverlässig ungewünschte Linien


Outlines

Die Skizze wird mit einem wasserfesten Medium nachgezeichnet.

  • Fineliner – erhältlich in vielen verschiedenen Dicken und ist wasserfest
  • Tusche und Feder – der Mangaka-Klassiker, mit Feder und flüssiger Tusche (braucht etwas Übung)


Kolorieren, optional

Manga-Comics sind Schwarz-Weiss gehalten, aber einzelne Artworks dürfen sehr gerne mit Farbe geschmückt werden.

  • Farbstifte – Allrounder und gibt schöne Flächen
  • Marker – Alkoholmarker sind die professionelle Wahl und erzeugen Flächen wie gedruckt
  • Aquarell – schöne, softe Flächen mit viel Tiefenwirkung
  • Gouache – plakative, ausdrucksstarke Flächen mit deckendem Charakter
  • Tusche – für Feinheiten und Flächen geeignet, erzeugt einen deckenden Aquarelleffekt


Zubehör


Manga in der digitalen Welt



Fanart Jibril Made By Celine

Die digitale Malerei hat schon längst Einzug erhalten und wird vom Hobbykünstler bis zum Profi verwendet. Diese Art des Zeichnens ist platzsparend, effizient und auf Dauer kostengünstiger. Das Medium besteht aus einem handlichen Stiftkompatiblen Tablet oder einem grossen Zeichenpad, welches an den PC oder Laptop angeschlossen wird.

Digital zu Zeichnen eröffnet viele weitere interessante, fordernde und inspirierende Wege, seine Gedanken und Vorstellungen festzuhalten und auszuarbeiten.

Diese Art des Zeichnens ist vor allem im grafischen und illustrierten Bereich sehr beliebt. So lassen sich später hochqualitative Poster und weiteres Merchandise drucken und an grossen Manga-Conventions unter den Fans verkaufen.

Der grosse Vorteil dieser Medienart ist, dass das gesamte Material stets ein treuer Begleiter ist und in jeder Situation abgerufen werden kann. Auch sind die Bilder optimal gelagert und können sogleich in die sozialen Medien geteilt werden.


Anleitung


  • Begonnen wird mit einem Grundkreis für die Kopfform. Der Kreis wird mit einem Kreuz ergänzt, welches die Mittelachse für die Nase und die Augenpartie markiert. Wahlweise kann man die Hilfslinien für die Ohren und den Mund erweitern.
  • Ein Halbkreis darunter markiert das Kinn und den Halsbereich.
  • Danach werden die einzelnen Gesichtselemente herausgearbeitet. Die Augen erhalten ihre typisch verzerrte Form mit grosser Pupille und schwungvollen Wimpern.
  • Nase und Mund werden ja nach Stilform sehr vereinfacht dargestellt. Und enden oft als Punkt oder kurvige Linie. Die Ohren werden ergänzt.
  • Die Haare werden skizziert und die Frisur herausgearbeitet.
  • Wahlweise folgen nun Details, wie z.B. Schmuck, Sommersprossen, Brille, Accessoires, usw.
  • Ist man mit der Skizze zufrieden, werden die Linien nun mit einem Fineliner oder mit einer Tuschefeder sauber nachgezogen.
  • Tipp: Mit einem Knetradiergummi die Bleistiftlinien abtupfen. So schmiert nichts und das Blatt ist vorgesäubert.
  • Die Outlines gut trocknen lassen, ehe die letzten Bleistiftlinien endgültig wegradiert werden.
  • Nun steht es frei, das Werk zu kolorieren! Ansonsten setzen Sie Ihre Initialen oder Unterschrift unter das Bild und freuen Sie sich über ein neues Bild im Mangastil!
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